Venus: Unterschied zwischen den Versionen

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Relativ selten hat Cranach die Venus als Einzelfigur inszeniert; meist wird sie von ihrem Sohn Amor begleitet. Auf dem kleinen Täfelchen aber entfällt die Mutterrolle; vielmehr nutzt die olympische Göttin ihre überirdische Schönheit als Mittel zur Verführung des Betrachters, vor dessen Augen sie in einem Schleiertanz einen Moment innezuhalten scheint. Eine so intime Beziehung zwischen Bild und Betrachter wird man am ehesten in einer privaten Kunstkammer zu finden haben. Ihre ungewöhnliche Ausstrahlung sicherte der Frankfurter Venus auch die Aufmerksamkeit von Künstlern des 20. Jahrhunderts. Ernst Ludwig Kirchner will von Cranachs Kleinod zu seinem 1910 entstandenen „Akt mit Hut“ (ebenfalls in der Sammlung des Städel Museums) angeregt worden sein.
 
  
 
 
 
== Zur Schenkung des Werkes: ==
 
 
Die 1689 aus Glaubensgründen aus Frankreich geflüchtete Calvinistenfamilie Gontard gelangte in Frankfurt schnell zu Reichtum. Ihr Stadthaus "Zum weißen Hirsch" stand in der Nachbarschaft der Familien Goethe und Passavant im Großen Hirschgraben. Der Kaufmann und Kunstsammler Moritz von Gontard (1826–1886) war lange Zeit bis zu seinem Tode Vorsitzender der fünfköpfigen Administration des Städelschen Kunstinstituts. Gontard beschenkte das Museum zwei Mal: einmal zur Eröffnung des 1878 fertig gestellten Neubaus am Schaumainkai, die er zum Anlass nahm, Lucas Cranachs Venus zu übergeben. Acht Jahre später verstarb Moritz von Gontard und hinterließ dem Städel seine 33 Werke umfassende Sammlung holländischer und flämischer Barockmalerei im Wert von über 100.000 Mark.
 
 
[[Kategorie:Alte Meister]]
 
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Aktuelle Version vom 12. Juli 2013, 13:53 Uhr