Paradiesgärtlein

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In dem berühmtesten Bild der altdeutschen Schule im Städel paart sich der höfische Charme des spätgotischen, sogenannten „Weichen Stils“ mit realistischer Naturbeobachtung: 24 Pflanzen- und 12 Vogelarten sind identifizierbar. Inmitten von Pfingstrosen und Akelei, Erdbeeren und Maiglöckchen tummeln sich Wiedehopf und Pirol, Blaumeise und Buntspecht. Der Künstler kennt auch das Verhalten der Tiere: So lauert ein Eisvogel am Ablauf des Brunnens auf Fische, obwohl im Paradies normalerweise Frieden herrscht. Auf einer Rasenbank vor der Gartenmauer hat sich Maria im Kreise der Heiligen niedergelassen. Ungewöhnlicherweise kommt sie zu frommer Lektüre, da eine Heilige mit dem Christuskind spielerisch musiziert. Ein Männerchor von Heiligen fällt rechts mit Gesang ein. Während diese durch Attribute wie den Drachen des hl. Georg identifizierbar sind, bleiben die Frauen anonym. Offenbar ganz bewusst durchmischt die profane Thematik der Liebesgärten und höfischen Gesellschaften in Schlossparks die sakrale Ikonographie des Paradieses, was sicher auf spezifische Wünsche der Auftraggeber, möglicherweise Nonnen eines elsässischen oder oberrheinischen Klosters, zurückgeht.

Paradiesgärtlein

Meister des Frankfurter Paradiesgärtleins 001.jpg

Künstler: Oberrheinischer Meister
Jahr: Um 1410/20
Typ: Mischtechnik auf Eichenholz
Museum: Städel Museum
Stadt: Frankfurt am Main
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