Lucca-Madonna

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Lucca-Madonna

Jan van Eyck 076.jpg

Künstler: JAN VAN EYCK
Jahr: 1437-1438
Typ: Mischtechnik auf Eichenholz
Museum: Städel Museum
Stadt: Frankfurt am Main
beispiel attribute:


Kein anderes Gemälde Jan van Eycks vermittelt eine so unmittelbare intime Vertrautheit zwischen dem Betrachter und den dargestellten Figuren wie dieses Madonnenbild. Neben dem einfühlsam geschilderten Verhältnis von Mutter und Kind trägt hierzu der meisterliche Einsatz von Licht und Schatten bei, vor allem aber die scheinbar zufällige, in Wirklichkeit jedoch höchst raffinierte Raumgestaltung: Der Fußboden mit dem kostbaren Knüpfteppich scheint sich ebenso im Betrachterraum fortzusetzen wie die durchfensterten Wände oder die kreuzrippengewölbte Decke des Thronraums. Der Betrachter vor dem Bild blickt nicht etwa wie bei Petrus Christus’ Frankfurter Madonnentafel wie in eine vorn offene Puppenstube, er ist vielmehr gerade selbst in den Raum eingetreten, in dem die Himmelskönigin ihr göttliches Kind stillt. Die fiktive Fortsetzung des Bildraums im Betrachterraum zeigt übrigens auch die kleine Glaskaraffe im Regal rechts: In ihr spiegelt sich ein zweiteiliges Fenster, das im Gemälde selbst nur zur Hälfte dargestel t ist. Jan van Eycks Meisterwerk konnte damit seinem Auftraggeber nicht nur als Ausgangspunkt für seine individuellen Andachtsübungen dienen, sondern ebenso als Ausweis seiner kultivierten Kunstkennerschaft.

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