Gewitterlandschaft mit Pyramus und Thisbe

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Fast alle Werke Poussins, des Hauptvertreters jener klassizistischen Spielart des Barock, die in der antikisch geschulten Beherrschtheit ihres Pathos unserer Vorstellung von der Epoche zuwiderläuft, sind in Rom entstanden, wo er den größten Teil seines Lebens verbrachte. Dies gilt auch für eines seiner bedeutendsten Gemälde, die „Gewitterlandschaft mit Pyramus und Thisbe“, die er 1651 für den römischen Gelehrten Cassiano dal Pozzo schuf. Literarische Grundlage ist die bekannte Geschichte von dem tragischen Liebespaar, wie sie Ovid in den „Metamorphosen“ erzählt. Im Vordergrund stürzt Thisbe auf den am Boden liegenden Leichnam des geliebten Pyramus zu, der sich selbst gerichtet hatte im Irrglauben, Thisbe sei von einer Löwin zerrissen worden. Die Figurenerzählung jedoch wird um eine Dimension erweitert durch die dramatische Stimmung der atmosphärisch genau beobachteten Gewitterlandschaft, die ein Blitz durchfährt, der die Diagonale von Thisbes Körper und Entsetzensgestus aufnimmt. Poussin ist mit diesem Werk die geniale Verschränkung von mythologischer Geschichte, idealer Landschaft und Naturgewalt in einem geschlossenen Bildgeschehen gelungen.

Gewitterlandschaft mit Pyramus und Thisbe

Nicolas Poussin - Stormy Landscape with Pyramus and Thisbe - WGA18334.jpg

Künstler: Nicolas Poussin
Jahr: 1651
Typ: Öl auf Leinwand
Museum: Städel Museum
Stadt: Frankfurt am Main
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