Bildnis einer Dame

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Das Porträt einer unbekannten Dame in rotem Kleid gehört zu den Hauptwerken der Bildniskunst des italienischen Manierismus. Pontormo, der dieses Gemälde vermutlich unter dem Eindruck der Kunst seines zeitweiligen Mitarbeiters Agnolo Bronzino ausführte, hat dem Selbstbewusstsein und dem gesellschaftlichen Anspruch der vermutlich zu den führenden Florentiner Familien gehörenden jungen Frau in einer formal kühnen Bilderfindung Ausdruck verliehen: Der Betrachter wird durch die bildparallele Anordnung des Sessels in gehörigem Abstand zur Dargestellten gehalten. Auch die Lichtführung auf die Figur und die sie hinterfangende flache Nische ist ebenso raffiniert wie simpel und trägt nicht unwesentlich zur Bildwirkung bei: Die am stärksten vom Licht getroffene Hälfte des Kopfs steht vor dem am stärksten verschatteten Nischenabschnitt, während die verschattete Kopfhälfte mit dem belichteten Nischengrund konkurriert. Von schlagender Einfachheit ist schließlich auch die Farbgebung des Gemäldes: Das kühle Grau der Architekur lässt das Rot des Gewandes umso leuchtender hervortreten, das sich seinerseits vom Türkisgrün des auf der Sessellehne aufliegenden Ärmels absetzt.

Bildnis einer Dame

Bildnis einer Dame.jpeg

Künstler: Pontormo (Jacopo Carucci)
Jahr: Um 1530/40
Typ: Mischtechnik auf Pappelholz
Museum: Städel Museum
Stadt: Frankfurt am Main
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